(dpa) China will Lehrbücher mit westlichen Werten aus seinen Universitäten verbannen. Bildungsminister Yuan Guiren forderte die Hochschulen auf einer Konferenz auf, «niemals Unterrichtsbücher, die westliche Werte propagieren, in unseren Klassenzimmern zu erlauben». Die Kontrolle westlicher Lehrbücher und Materialien, die aus dem Ausland eingeführt werden, müsse verschärft werden, forderte der Minister nach Angaben der Staatsmedien vom Freitag.

Der Aufruf des Ministers, die Zügel ideologisch anzuziehen, löste kritische Reaktionen aus. Es gibt auch Sorge, dass das akademische Leben unter dem neuen Präsidenten Xi Jinping weiter unter Druck gerät. «Stützpfeiler seiner Kampagne sind verstärkte Betonung ideologischer Kontrolle, die Vorherrschaft der Partei und zunehmende Angriffe auf «westliche Werte» wie Pressefreiheit und Demokratie», sagte Maya Wang, Forscherin bei Human Rights Watch in Hongkong.

Der Bildungsminister warnte Professoren auch davor, ihren persönlichen Ärger oder Unzufriedenheit im Unterricht zu äussern, um nicht «negative Ideen» an die Studenten weiterzugeben. Zwei bekannte Professoren sind vergangenen Samstag in einem Parteiblatt angegriffen worden, weil sie westliche Werte verbreitet haben sollen.